Fracking

Foto: T. Mitschke
Foto: T. Mitschke

Flashmob gegen Fracking auf dem Rathausplatz Lüneburg 

Zusammenfassung der NABU-Position zur Förderung von Erdgas durch Fracking

 

Der rechtliche Umgang mit Vorhaben zur Erkundung und Gewinnung von konventionellen und unkonventionellem Erdgas in Deutschland kann derzeit keinen ausreichenden Schutz von Mensch und Natur gewährleisten.

Der NABU fordert daher ein klares Verbot der Fracking-Technologie in Deutschland sowie die Anpassung des Rechtsrahmens über das Wasserhaushaltsgesetze (WHG) sowie die Umwelt-

verträglichkeitsprüfungs-Verordnung Bergbau (UVP-V Bergbau) hinaus, um die Gefahren und Risiken für Mensch, Natur und Wasser für die Gewinnung fossiler Energieträger, ob konventionelle oder unkonventionell, zu bannen. Die Erfahrungen der derzeitigen Genehmigungspraxis zur Gewinnung von Erdgas aus konventionellen Lagerstätten sowie zur Erkundung von unkonventionellen Lagerstätten zeigen, dass die derzeitige Rechtslage Risiken und Gefahren nicht hinreichend auszuschließen vermag und somit erheblicher Anpassungsbedarf der derzeitigen Rechtspraxis besteht.

 

Dazu muss/müssen

• das Bundesberggesetz grundlegend novelliert werden. Bergbauliche Vorhaben wie Fracking müssen einer verpflichtenden Umweltverträglichkeitsprüfung im Rahmen der UVP-V Bergbau sowie einer obligatorischen wasserrechtlichen Überprüfung unterzogen und öffentliche Interessen und Belangen in die Versagensgründe einer Aufsuchungserlaubnis aufgenommen werden. Unternehmen müssen den Nachweis der Unbedenklichkeit erbringen (Beweislastumkehr in Bundesberggesetz und im Bergschadensrecht).

• die Genehmigungen von Fracking-Vorhaben an technische und ökologische Mindeststandards gekoppelt werden. In geschützten Gebieten und deren Umfeld (Einrichtung von angemessenen Pufferzonen) sollte die Erkundung und Gewinnung von konventionellem und unkonventionellem Erdgas mittels Fracking grundsätzlich in Bundesberggesetz und Wasserhaushaltsgesetz untersagt werden,

• die Öffentlichkeit an den Genehmigungsprozessen rechtlich verpflichtend beteiligt werden.

• konkurrierende Nutzungsmöglichkeiten z.B. durch Geothermie oder Druckluftspeicherung in Form von Raumordnungsplänen für den geologischen Untergrund geregelt werden.

 

Das komplette Positionspapier finden Sie hier:

https://www.nabu.de/imperia/md/content/nabude/energie/nabu-position_fracking.pdf

 

Der NABU Lüneburg verweist hier noch auf grundlegende Probleme in unserem Landkreis:

 

Grundwasser

Grundwasser wird in den nächsten Jahren einen immer höheren Stellenwert einnehmen. Neben dem fortschreitenden Klimawandel, neben fehlender Neugewinnung von Grundwasser und dem Wasserbedarf aus Hamburg wird vor allem die Feldberegnung eine immer größere Rolle spielen.

Fracking benötigt Unmengen an Wasser, wobei es momentan keine techn. Möglichkeiten gibt Lagerstättenwasser aufzubereiten und es ist auch nicht geklärt, wie dieses dann gelagert werden soll. Außerdem droht gerade hier in unserem Landkreis die Versalzung des Grundwassers durch Fracking.

Flächenverbrauch

Fracking verbraucht Flächen, allein landwirtschaftliche Flächen sind nicht nur in unserem Landkreis knapp sondern verteuern sich stetig. Neben dem scheinbar grenzenlosem Wachstum und den damit verbundenen Flächenverbrauch wäre Fracking ein weitere schädliche Triebfeder für die nationale Nachhaltigkeitsstrategie.

Erdbebengefahr

Die nicht voraus schaubaren Folgen von Erdbeben und deren Verschiebungen wären u.a. für die Altstadt Lüneburg verheerend.

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