Finkensterben 2017

Beim NABU Lüneburg sind erste Meldungen von sommerlichen Grünfinkensterben in der Region Lüneburg eingegangen. Es ist leider davon auszugehen, dass tatsächlich sommerliche Futterstellen und Vogeltränken für das Finkensterben verantwortlich sind. Die Vögel haben sich dort mit dem einzelligen Erreger Trichomonas gallinaeinfiziert, einem „Geißeltierchen“, das ursprünglich vor allem Tauben befallen hat. Tauben haben die Krankheit in der Regel überlebt. Im Sommer 2009 wurde die Krankheit erstmals bei Grünfinken in größeren Teilen

Deutschlands beobachtet, bei den Finkenvögeln meist mit tödlichem Verlauf.

Seitdem tritt die Krankheit in jedem Jahr wieder auf, sobald anhaltend sommerliche Temperaturen herrschen. Futter- und insbesondere Wasserstellen für Vögel sind gerade im Sommer ideale Ansteckungsherde, so dass ein kranker Vogel schnell andere Vögel infizieren kann. Als Trichomonaden-Infektionsquelle kommt neben dem direkten Kontakt der Tiere untereinander vor allem Trinkwasser an Futterstellen in Frage, in dem der Erreger bei sommerlich warmen Temperaturen bis zu 24 Stunden überleben kann.

Um die weitere Verbreitung von „Trichomonas gallinae“ zu unterbinden rät der NABU dringend, das Füttern bis zum nächsten Winter (nach den ersten Frostnächten) einzustellen, sobald mehr als ein kranker oder toter Vogel an

einer Sommerfutterstelle beobachtet wird. Ebenso sollten alle Vogeltränken entfernt werden. Selbst die tägliche Reinigung von Futterstellen und Wasserstellen reicht nicht aus, um die Vögel vor Ansteckung zu schützen,

Nach Angaben von Veterinären besteht für Menschen, Hunde und Katzen keine Gefahr einer Infektion. Aus bisher unbekannten Gründen scheinen auch die meisten anderen Vogelarten wesentlich weniger empfindlich auf den Erreger zu reagieren als Grünfinken. Bei dieser Art verläuft die Infektion immer tödlich.

Aber nur, wenn tatsächlich mehrere tote Vögel in der Nähe der Futterstellen gefunden werden, sind Sommerfütterungen bedenklich, ansonsten sind sie für viele Gartenvögel durchaus sinnvoll.