NABU-Klage gegen Parkplatzzufahrt

 

Wildtierbrücken im Allertal sind zu erhalten !

 

Der NABU Niedersachsen hat mit Unterstützung weiterer Verbände eine Klage gegen den Straßenausbau entlang zweier Wildtierbrücken an der Autobahn A 39 eingereicht.

30. September 2015 - Neben naturschutzfachlichen und weiteren Ausführungen in der Klagebegründung als ‚Anwalt der Natur‘ weist der NABU auf die dringend notwendige Durchführung eines umfassenden Planfeststellungsverfahrens für das Vorhaben hin. Ein Planfeststellungsverfahren durchzuführen, das mit weiteren Untersuchungen und einer umfassenderen Öffentlichkeitsbeteiligung verbunden ist, hatten zudem die Landwirtschaftskammer Niedersachsen und selbst die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau gefordert.

Der Landkreis Gifhorn als Genehmigungsbehörde hatte dem Vorhaben ohne ein erforderliches, umfassenderes Planfeststellungsverfahren, ohne gesetzlich vorgeschriebene Umwelt- und FFH-Verträglichkeitsprüfungen, ohne vollständige Arten- und Biotopkartierungen, ohne ausreichende Variantenprüfungen, ohne Beteiligung aller Anrainer im Dezember 2014 im Rahmen einer Plangenehmigung zugestimmt.

Würde ein bisher gering frequentierter und im Rahmen des A39-Baues erstellter Schotterweg im FFH- und Überschwemmungsgebiet Allertal zu einer viel befahrenen Parkplatzzufahrt umfunktioniert, würde die Funktion der parallel verlaufenden Wildtierbrücken aufgehoben und damit Steuergelder in Millionenhöhe verschwendet. Durch die vorgesehene Nutzung der Zufahrt mit täglich mindestens 2.000 Fahrzeugen würde hier an der engsten Stelle des Allertales unweigerlich die Nadelöhr-Funktion der Wildtierbrücken zwischen Drömling und dem Barnbruch verloren gehen.

Der NABU und seine Partner setzen sich für eine ökologisch verträgliche Variante ein, bei der der Trassenausbau zu einer Entlastung der Verkehrs- und Pendlerströme führen könnte, wenn ein 1,65 Kilometer langer Straßenabschnitt im Bereich der Wildbrücken auf 200 Meter Länge vollständig aufgestelzt würde.

Zudem würde auch der extra zur Vernetzung angelegte 100 Hektar große Kompensationspool „Allerniederung“ der Stadt Wolfsburg vom restlichen Allertal, insbesondere von dem Naturschutzgebiet „Allertal zwischen Gifhorn und Wolfsburg“, abgeschnitten werden. Ebenso würde das u.a. von VW und dem Bundesamt für Naturschutz ins Leben gerufene „Allerprojekt“ beeinträchtigt.

So sind von dem Bauvorhaben europarechtlich streng geschützte Arten wie Biber, Fischotter, Teichfledermaus, Laubfrosch, Kammmolch, Eisvogel und die Libellenart Grüne Flussjungfer nachteilig betroffen und gefährdet. Da diese Arten wie auch das Schwarz- und Damwild die Brückenunterführung als Wildwechsel gut angenommen haben, sind die Unfallzahlen seit der Einweihung der Wildwechselbrücke im Jahre 2002 deutlich heruntergegangen.

 

Sie können die Klage unterstützen, melden Sie sich dazu bei uns.

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