Wir tun was für unsere Fledermäuse

... hieß das Buch, das ich 1996 zufällig in meine Hände bekam. Aktion Ameise hat schon recht früh erkannt, dass mehr für die heimische Natur getan werden muss, da diese Bücher nicht nur für Kinder sondern auch für Erwachsene sehr interessant sind, um den Ansporn aufrecht zu erhalten, etwas für die Erhaltung der Artenvielfalt zu tun. Leider lockt man aber hier in Deutschland sehr wenig Mitstreiter hinter dem Ofen hervor, sie zahlen ihren Beitrag bei den Naturschutzverbänden und sagen sich: „Wir tun ja etwas für Natur“. Aber man kann mehr tun, auch wenn man in der Stadt wohnt.

Warum soll man etwas für Fledermäuse tun?

Ich lebte Anfang der Achtziger in der Stadt und fuhr am Wochenende meist aufs Land, um meine Eltern zu besuchen. Es war ein Unterschied wie Tag und Nacht. In der Stadt eine sehr hohe Artenvielfalt und auf dem Dorf grassierte der Tot in Sachen Artenvielfalt, Teiche wurden mit Müll verfüllt, Hecken gerodet, Flüsse und Bäche begradigt und das ganze nannte man Flurbereinigung. Und wie man auf dem Bild sieht, wurde für die Zerstörung der Natur noch ein Denkmal gesetzt. Ja wir sind die Besten...

Hier einige Bespiele, warum wir etwas für die Fledermäuse tun müssen.

Erhaltung alter Bäume mit Spechthöhlen, Rissen und Fäulnishöhlen

Die Wirklichkeit sieht so aus...

Natürliche Feinde der Fledermäuse

Natürliche Fraßfeinde sind nicht nur Marder und Eulen, auch Eichhörnchen, Spechte, Greifvögel, Katzen fordern täglich ihre Opfer bei den Fledermäusen.

Menschen gemachte Gefahren für die Fledermäuse

Einsatz von Chemie in der Landwirtschaft, Windkraftanlagen, Zersiedlung der Landschaft durch Baugebiete und Straßenbau, wie zum Beispiel die neue A 39 von Wolfsburg nach Lüneburg. Dadurch fällt eine Menge Wald zum Opfer und wertvolle Biotope werden zerstört.

Windkraftanlagen heißen bei den Fledermausschützern auch „Fledermausschredderanlagen“

Warum soll man Fledermauskästen aufhängen?

Fledermauskästen bieten den optimalen Schutz vor natürlichen Feinden, beim Fällen von Bäumen können die Kästen abgenommen werden und an anderen Bäumen angehängt werden. Vorteilhaft ist auch die Ansiedlung in Monokulturen, wie reine Kiefernwälder, wo es kaum Spechthöhlen und Fäulnishöhlen gibt.

Auch ein wichtiges Argument, um fest zustellen welche Arten noch in dieser Region vorkommen.

Fledermauskästen kaufen oder selbst machen?

Holzbetonkästen beginnen schon ab 25€, Fledermauswinterkästen ab 220€, um ein Kastenrevier einzurichten muss man 2000€ hinlegen. Fledermauskästen selber bauen, wenn man handwerkliches Geschick hat, ist die bessere Lösung. Hier einige Bespiele:

Oben links: Fledermauskasten aus einem Pflanzstein. Kosten: 2€ von Baumarkt, Höhe: 1,70m von Boden, Befestigung mit Aluminiumnägel. Vorteil: wird sehr gut angenommen, Nachteil: zu schwer da 12 Kg

Oben rechts: Kasten aus Kunststoff, weitere Bilder mit Innenansicht

 

Viele Experten hatten mir gesagt, diese Kästen werden nicht von Fledermäusen angenommen. Hier ist der Gegenbeweis...

Oben rechts: Fransenfledermäuse

Unten links: Ein Nachteil; von Hornissen wurde Kästen, welche aus Jute und Fliesenkleber gefertigt wurden, als Baumaterial zerfressen und einige vom Specht beschädigt.

Großraumkästen, geeignet für alle Arten

Links: Flachkasten, rechts: Großraum, hier mit Braunen Langohren

verschiedene Modelle...

Oben links: Großraumkasten

mitte: Kasten speziell für den kleinen Abendsegler mit drei Einfluglöchern

H 15 mm X B 70mm

Links: Flachkasten, aus Holz und Beton

Großer Abendsegler und Fransenfledermäuse sind hier häufig anzutreffen.

Wie legt man ein Kastenrevier an

Ein Kastenrevier legt man mit etwa 8 bis 15 Kästen, mit allen Varianten wie Flachkästen, Großraumkästen und eventuell Winterkästen, an. Auch Vogelkästen sollten dabei sein.

Hier einige Modelle von selbstgebauten Überwinterungskästen

In diesen Überwinterungskästen, im Bereich nordwestlich von Wolfsburg, überwintern 2008 gerade mal 100 Abendsegler, 2011 waren es schon 300 Große Abendsegler, Tendenz steigend. Diese Kästen sind absolut sicher gegen Specht und Marder.

Diese Kästen wurden 2006 in einer Höhe von etwa 3,50 m aufgehängt, mit mäßigem Erfolg. Einige Abendsegler und Hornissen wurden registriert.

2011 wurden diese Kästen auf eine Höhe von 1,80 m abgesenkt, mit großem Erfolg. Wasserfledermäuse, Rauhhaut, Fransenfledermaus und kleiner Abendsegler waren in ersten Jahr gleich in den Kästen anzutreffen.

Oben links: Ein gekaufter Überwinterungskasten, welcher von einem Specht stark beschädigt wurde. Die 85€ Schaden sind noch ein Grund, seine Kästen selbst zubauen.

mitte: Keilkasten

rechts: Spitzkasten, einer der besten Kästen, wird von allen Fledermausarten angenommen!

Oben links, mitte: Kastenkontrolle ohne Leiter, hier mit Fransenfledermäusen

Oben rechts, unten links: Bechsteinfledermäuse

Unten mitte: Große Bartfledermaus, Mutter und Tochter

Unten rechts: Großer Abendsegler Weibchen, 29 g

Links: Großer Abendsegler in einem Flachkasten

Mitte: Wasserfledermäuse in einem Vogelkasten

Rechts: Braune Langohren in einem Spitzkasten

Auch Vogelkästen sollten beim Anlegen eines Fledermauskastenreviers dabei sein. Auch diese Kästen werden von Fledermäusen genutzt.