Schlehe /Prunus Spinosa

 

 

 

In Grimms Märchen vom Hasen und Igel, treffen sich die beiden nach einem Disput für einen schlichtenden Wettlauf unter einem Schlehdornbusch. Der Igel, der dem Hasen mit seinen kurzen Beinen unterlegen ist, gewinnt dennoch den Lauf durch List und Schläue. Im Volksglauben steht die Schlehe für Polarität, Streit und Auseinandersetzungen. Grund ist wohl der Gegensatz des zarten, weißen Blütenkleids im Frühjahr zu der schwarzen Rinde mit Dornen, weshalb die Schlehe auch oft Schwarzdorn genannt wird.

 

An Feldrändern und in Naturgärten ist sie für nistende Vögel und Kleinsäuger ein Schutzraum. Ihre pflaumenartigen Früchte bieten Nahrung im Winter, die Dornen schützen vor Fressfeinden und die Blüten geben Insekten den ersten Nektar und Pollen im Jahr. Das Holz eignet sich gut zum Drechseln und ist hart und robust – wie die gesamte Pflanze.

 

Seit der frühen Steinzeit ist bekannt, dass die Schlehe auch eine Nahrungsquelle für Menschen ist. Ötzi, die berühmte Gletschermumie, trug zu Lebzeiten Früchte zur Stärkung bei sich, denn sie wirken u.a. verdauungsfördernd, blutreinigend, immunstärkend. Sie sind ein Nahrungsmittel mit Heilkraft und besonderem Geschmack. Die Früchte enthalten Gerbstoffe, die erst durch Frost abgemildert und süßlich werden. Aus ihnen kann man Gelees, Marmeladen, Säfte, Weine und Liköre herstellen. Nachhelfen kann man, indem man die reifen Schlehen im Gefrierfach künstlich in den Winter schickt.

 

Schlehenlikör, mein bester

 

Zutaten:

 

1kg aufgetaute oder geerntete Schlehen nach dem ersten Frost, zwei aufgeschnittene Vanilleschoten, Schale einer Bioorange, eine Zimtstange, 300 g weißer Kandis, 1 bis ½ Liter weißer Rum (38%)

 

Geben Sie die Früchte in einen großen Steintopf oder Glas und zerdrücken sie sie etwas. Fügen Sie dann alle weiteren Zutaten hinzu, gießen alles mit Rum auf, so dass die Früchte gut bedeckt sind und legen einen Teller oder eine Folie auf das Gefäß. Stellen sie den Sud an einen dunklen kühlen Ort, lassen ihn dort ziehen und rühren Sie ab und zu um, damit sich der Kandiszucker auflösen kann.

 

Nach ca. 3 Monaten können Sie die Früchte abseihen und den Likör in Flaschen abfüllen. So erhalten Sie einen leckeren Tropfen aus Wildfrüchten, die durchwärmen und beleben.

 

Wohl bekomms